Schadensfall

Ist die Schadenssumme bei Brand, Diebstahl oder einem Wildschaden höher als 250 Euro, muss bei einem Schadensfall die Polizei eingeschaltet werden.

Als Versicherter einer KFZ-Versicherung sind Sie zur ordnungsgemäßen und ausreichenden Mitarbeit hinsichtlich einer Anzeige, der Aufklärung und der Schadensminderung verpflichtet.

SchadensfallDie sogenannte Anzeigepflicht im Schadensfall besagt, dass Sie als Versicherter die Pflicht haben, jeden Schaden, der für die Versicherungsgesellschaft ist von Bedeutung und von ihr abgedeckt werden soll, binnen sieben Tagen zu melden. Der Begriff Aufklärungspflicht steht für die Verpflichtung des Versicherten, Fragen zu den Umständen des Unfallhergangs und zur Klärung des Schadensfalls generell, vollständig und wahrheitsgemäß zu beantworten. Hierzu gehört auch im Schadensfall die Pflicht, dass Sie solange am Unfallort bleiben, bis alle nötigen Daten und Feststellungen aufgenommen wurden. Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft oder durch die Polizei sind der Versicherung ebenfalls mitzuteilen. Die Schadensminderungspflicht besagt, dass Sie als Versicherter dafür Sorge tragen müssen, den Schaden auch nach Eintreten des Schadens, so gering wie möglich zu halten.

Werden gegen Sie als Versicherten im Schadensfall Ansprüche gestellt, ganz gleich ob außergerichtlich oder gerichtlich, muss dies ebenfalls sofort, spätestens jedoch eine Woche später, bei der Versicherung gemeldet werden. Haben Sie eine Kaskoversicherung abgeschlossen und wird das Fahrzeug zum Beispiel aufgrund der Reparaturarbeiten entfernt, ist dies schriftlich mitzuteilen.

Übersteigt der Schaden eine Höhe von 250 Euro, muss man die Polizei informieren. Wird dies nicht gemacht, kann man Sie bei Verletzung dieser Pflicht im Rahmen der KFZ-Haftpflichtversicherung in Regress nehmen. Hierbei kann die Versicherung eine Leistungskürzung von bis zu 5.000 Euro bei der Schadensregulierung geltend machen.

Schadensmeldung und Unfallprotokoll im Schadensfall

Im Falle eines Unfalls ist der erste Schritt natürlich das Absichern der Unfallstelle, um weitere Schäden und Gefahren zu verhindern. Gibt es Verletzte, stehen an zweiter Stelle das Erstversorgen dieser Personen und anschließend natürlich der Notruf bei Polizei und Rettung.
Die Einsatzkräfte sind bei Personenschaden, bei hohem Sachschaden, bei Fahrerflucht oder Einigungsproblemen in jedem Fall zu alarmieren. Lediglich die sogenannten Bagatellschäden können ohne polizeiliche Aufnahme abgewickelt werden. Diese meist eher kleineren Schäden werden zwischen den Versicherungen abgewickelt. Wichtig hierfür ist allerdings die beidseitige Aufnahme eines Unfallprotokolls. Diese werden in der Regel schon beim Abschluss Ihrer KFZ-Versicherung ausgehändigt. Wichtig ist, dass das fertig ausgefüllte Unfallprotokoll von beiden Seiten unterzeichnet wurde.

Notieren Sie wichtige Daten um Ihrer Versicherung den Schaden zu melden

  • amtliche(s) Kennzeichen
  • Name(n) und Anschrift(en) der/des Unfallgegner(s) (Führerschein oder Ausweispapiere).
  • Versicherungsgesellschaft und Versicherungsnummer
  • Ort, Datum und Uhrzeit des Schadensfall
  • Gegebenenfalls Namen und Anschriften von Unfallzeugen

Wenn es Probleme mit der Aufnahme des Unfallprotokolls geben sollte, ist die Polizei zu rufen. Ein Schuldanerkenntnis ist nie ohne Absprache mit der eigenen Versicherung abzugeben. Das könnte Ihrem Unfallgegner einen erheblichen Vorteil verschaffen. Nach dem Schadensfall müssen Sie Ihren Fahrzeugversicherer umgehend informieren. Sind Sie der Unfallverursacher, bringt dies eine Rückstufung in der Schadensfreiheitsklasse mit sich. Aus diesem Grunde entscheiden sich viele Versicherte vor allem bei kleineren Schäden, die Versicherung außen vor zu lassen und im Schadensfall den Schaden selbst zu tragen.